Wechsel von Render[in] auf ?
#1
Moin,

wir nutzen derzeit Render[in] zum rendern von Anlagenlayouts (ca. 5ha Fläche, Innen- und Außenansichten; Industrieanlagen).

"Leider" hatte ich letztens Gelegenheit bei einem Bekannten Lumion für ein privates Projekt (Gartengestaltung) auszuprobieren und bin schwer beeindruckt.

Insbesondere haben mir folgende Punkte gefallen:
  • Blattwerk als Material (um schnell aus einem Quader eine realistische Hecke zumachen)
  • viele Pflanzen
  • dass alles so schnell und einfach zu einem sehr guten Ergebnis führt.
Leider hat das auch seinen Preis.

Gibt es eine Möglichkeit kostengünstiger und mit überschaubarem Aufwand ähnliches mit günstigeren Programmen zu realisieren? Gerade das Blättermaterial und die Auswahl an Pflanzen fände ich wichtig, um das Layout realistischer und ansprechender zu gestalten.

Viele Grüße
Markus

P.S.:
1.) erzielbare Qualität der Visualisierung? ähnlich im vgl. zu Lumion
2.) eigener Kenntnisstand? Bzgl. Renderprogrammen eher Anfänger, würde ich sagen.
3.) SU Plug-in oder auch externes Programm? Extern, es soll bei einem Wechsel zu einem anderen 3D Programm (z.B. AutoCAD) weiterhin funktionieren.
4.) Windows oder Mac OS? Windows 10 64-bit
5.) zwingend Deutsch oder auch Englisch? egal
6.) Budget? Das ist schwierig zu beantworten. Es kommt auch darauf an, wie lange man sich einarbeiten muss. Ein einfach zu bedienendes Programm darf etwas mehr kosten und bei viel Einarbeitungszeit, würde der mögliche Preis sinken. Für mich persönlich ist Lumion zu teuer, in der Firma würden wir möglichst auch weniger ausgeben wollen. Aber ich würde da noch Überzeugungsarbeit leisten - letztendlich zählt die Qualität.

Wichtig wäre auch die Möglichkeit die Industrieanlage am zukünftigen Standort zeigen zu können. Interessant fand ich da die Möglichkeit bei Lumion openstreetmap Daten nutzen zu können.
Falls man alternativ dafür ein Foto der Umgebung nimmt, was wäre die beste Möglichkeit das Modell und das Foto zu kombinieren? In Sketchup, nachträglich mit einem Grafikprogramm oder gibt es auch dafür Funktionen in Renderprogrammen?
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#2
Hallo Markus,
ich habe in letzter Zeit einiges mit SketchUp und Lumion gemacht. Hier mein letztes, recht aufwändiges Projekt: Animation Innen/Aussen, als reine Promotion, bzw. eigentlich entstanden, weil ich tatsächlich modellierte Ziegel ausprobieren wollte, dann aber gleich die ganze Hütte zusammengebaut habe: https://youtu.be/sRT0EdU4pQI.

Machte zuvor einiges mit Cinema4d. Aber wenn man nicht gerade eine Renderfarm daheim stehen hat, ist es aussichtslos, damit auch nur eine kurze Architektur-Animation zu machen. Aber auch ein schönes Standbild eines Innenraumes ist mit Cinema4d nicht mal kurz gerendert. So bin ich auf Lumion gekommen. In der Tat großartig. Reiner GPU-Renderer. Im Vergleich zu CPU-Raytracing-Renderer wie Cinema4d/Maya etc. zwar vielleicht nicht physikalisch superkorrekt, dafür x-fach schneller. 

Wollt ihr eher Standbilder machen und weniger in Richtung Animationen gehen, right? Dann käme vielleicht Vray for SketchUp in Frage. https://www.chaosgroup.com/vray/sketchup
Kostet glaub ich "nur" um die 700 Euro als Einzellizenz. Die Demo werde ich mir in Kürze auch noch reinziehen, da mich Vray schon seit ewiger Zeit interessiert. Vorteil: Eben als Plugin direkt innerhalb SketchUp zu bedienen. Nachteil halt wieder längere Renderzeit, wobei Vray natürlich eine super Qualität liefert. Die Einarbeitung wird aber wohl nicht so einfach sein. Und für viel Vegetation bräuchte man dann wohl auch noch Skatter. Und - ich glaube - dass Vray überhaupt gar keine Objekte mitliefert, sondern nur Materialien.    

An GPU-Renderern gibt es neben Lumion noch Enscape und Twinmotion. Nur Letzteres gibt es auch für den Mac. Kenne mich aber nur mit Lumion aus. Habe Lumion vor gut einem Jahr gekauft und erst später gesehen, dass es auch noch die anderen zwei gibt. Des Weiteren könnte man auch auf Game-Engines gehen. Z.B. auf die Unreal-Engine. Die habe gerade eine Beta laufen zu Unreal-Studio mit dem Ziel auch Architektur-Visualisierungen bieten zu können. Oder auf Unity. Diverse Realtime-Videos zu beiden Game-Engines lassen die Kinnladen nach unten fliegen. Aber wie ich das im Moment sehe, wäre da einiges an Einarbeitung notwendig. 

Zu Lumion ein paar Worte: Standalone, gibt es nicht als Plugin. Das Programm liest aber die native Sketchup-Datei ein. Materialien werden mit übernommen und können in Lumion noch weiter verfeinert werden oder direkt durch Lumion-eigene Materialien ersetzt werden. Lumion bringt einiges an Materialien mit und dazu noch viele Gegenstände, die dann ins importiere Modell reingestellt werden können. Man läuft dann mit WASD wie beim Games zocken durchs Modell. Beleuchtungseinstellung, Renderqualitätseinstellungen, Effekte einstellen, Kamerapositionen, Tiefenunschärfe etc, alles ein Kinderspiel. Sprich die Einarbeitung ist nicht schwer. 
Nachteile: Ich hätte doch gern mehr Gegenstände in der Bibliothek gehabt. Komme deshalb nicht umhin, viele Dinge schon in SketchUp einzuarbeiten. Die Benutzeroberfläche finde ich nicht sonderlich schön. Und zudem läuft das Programm nur mit einer aktiven Internetverbindung. 
Ansonsten finde ich den Preis jetzt nicht wirklich übertrieben. Aber schau Dir doch mal Enscape und Twinmotion an. 

Foto-Montage: Habe sowas bislang nur in Cinema4d gemacht (ohne späteres zusammenbauen in Photoshop). Mit Lumion ginge das nur, wenn Hinter- und Vordergrund-png schon im Vorfeld in SketchUp erstellt und die exakte Kameraposition schon festgelegt wurde. Sprich eine Funktion für diese Sache gibt es in Lumion nicht. Für sowas wäre wohl Vray eher geeignet. Aber wie gesagt, ich habe sowas bislang nur mit Cinema4d gemacht. 

Ansonsten gibt es noch den Thea-Renderer. Sieht interessant aus, kenn ich aber nicht. https://www.thearender.com
Und der Cotty, einer der Cracks hier im Forum, rendert mit Indigo und macht damit ziemlich coole Dinge. https://www.indigorenderer.com/sketchup

Noch eine Frage: Welche Hardware habt ihr denn da stehen?

Grüße, Peter
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#3
Halo Peter,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Deine hervorragenden Arbeiten hatte ich mir bereits auf Deinem YT-Channel angesehen :-)

Wir würden Bilder und Videos (also so in der Art wie von Dir präsentiert) rendern wollen. Animationen im Sinne von Arbeitsabläufen, Maschinen im Betrieb etc. wohl eher nicht.

Skatter hatte ich mal kurz privat zu Hause ausprobiert, aber selbst für mein Gartenprojekt (~100 m²) waren anscheinend 8 GB RAM zu wenig?!

In der Firma nutze ich einen Computer mit folgender Hardware:
i7 8750H CPU @ 2,2 Ghz
16 GB RAM
Geforce GTX 1050 Ti

Betriebssystem wie schon geschrieben Windows 10 64-bit

Weißt Du, ob noch andere Renderer Blätter als Material haben? Die Funktion fand ich ziemlich genial.

Und ein paar gute Bäume und Pflanzen als 3D Objekte wären auch sehr hilfreich. Im Sketchup Warehouse habe ich oft nicht das passende gefunden und wenn, dann waren das soviele Polygone, dass Sketchup merklich langsamer wurde.

Mit Unity hatte ich vor einiger Zeit auch ein wenig experimentiert, um ein Anlagenmodell firmenintern mit meiner HTC Vive präsentieren zu können. Aber da ist der Aufwand auch vergleichsweise hoch.

Ich würde gerne die Anzahl an Programmen auf 2-3 einengen wollen, um die dann anhand einer Demo Version weiter zu testen.
Mein Problem ist derzeitig, dass ich mich einfach zu wenig mit dem Thema auskenne, um zu wissen was ich alles benötige. Und mit der Zeit und mehr Erfahrung, werden die Begehrlichkeiten bzw Ansprüche steigen, so dass ich mich auch nicht zu stark einengen will.

Viele Grüße
Markus
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#4
nicht unerwähnt bleiben sollte V-Ray als 'Marktführer' bei den integrierten Erweiterungen, die Kauf-Lizenz inkl. 1 'Render Node' geht bei ~500 €uro los (alt. Miete).

Wenn Desktop und auf der GPU gerendert werden soll, kann ein Upgrade der GF GTX 1050 Ti auf z.B. eine GTX 1070 (oder besser) sinnvoll sein, ggf. auch auf einem separaten System nur für's Rendern (= Render Node).


Norbert
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#5
Wir hätten auch Rechner mit einer GTX 1060 hier. Wenn es auch außerhalb vom Netzwerk gehen würde, dann kann ich noch meine GTX 1080 zuhause zum rendern anbieten.

Das heißt also Ihr würdet im wesentlichen Lumion, Enscape, Twinmotion, Indigo, Thea Render und V-Ray empfehlen.

Alle Programme sind für Sketchup, aber wären prinzipiell auch bei einem späteren Wechsel auf z.B. Revit nutzbar. Wobei man Thea dann nochmal kaufen müsste?!
Enscape muss man jährlich was zahlen, die anderen Programme gibt es "für immer".

Wenn ich das richtig gelesen habe, dann gibt es für aber für V-Ray und Idigo z.B. keine Pflanzenbibliothek. Die Pflanzen die ich für Enscape gesehen habe, sehen aus der Nähe auch nicht schön aus. Woher nehmt Ihr Eure Vegetation?

Mit Enscape, Twinmotion und Lumion kann man auch in der virtuellen Realität präsentieren, wobei Lumion nur kompatibel ist mit Oculus.

Gibt es sonst noch Unterscheidungsmerkmale?
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#6
Markus, ich persönlich kann eigentlich nur Lumion empfehlen. Neben Lumion kenne ich mich nur noch mit Cinema4d aus.
Workflow mit Lumion:
Ich erstelle alles was ich haben will in SketchUp. Importiere das nach Lumion. Ersetze Materialien und füge Vegetation hinzu. Renderspeed = höllenschnell mit GTX 1080. Eines meiner Bilder die ich in der Galerie gepostet habe zwischen 5 und 10 sekunden.
Um aber so eine Fotomontage erstellen zu können, müsste eigentlich alles, sprich auch das Luftbild in SketchUp schon vorliegen. Das in Lumion zusammen zu basteln, ist denke ich nicht gut möglich. Da dort absolut maßgenau Objekte schieben eigentlich gar nicht funktioniert. Vorbehalt: Ich selbst habe das allerdings noch nie probiert.

Workflow mit Vray als Plugin in SketchUp:
Auch hier schrieb ich ja, dass ich das erst noch ausprobieren will. Warum ich das machen will und nicht gleich Lumion nehme hat den Grund, dass Vray mir absoluten Photorealismus bieten kann. Dafür jedoch weitaus länger rendert. Und wie ich oben schrieb: Ich GLAUBE, dass Vray keinerlei Objekte mitliefert, sondern nur Materialien. Ansonsten würde ich Vray nicht nehmen um Videos zu erstellen. Da Renderspeed zu langsam.

Wie die Unterschiede zwischen Lumion, Enscape etc. sind, kann ich nicht sagen.
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#7
native SketchUp Plugins bzw. Erweiterungen (Ruby Skript; RBZ-Format) lassen sich mit anderen Applikationen naturgemäss nicht verwenden. Für einen eventuellen Wechsel müsste man also prüfen, ob a) ein Plugin bzw. Erweiterung für die jeweilige Applikation verfügbar und b) ob die erworbene Lizenz eine Verwendung desselben zulässt.

Für viele externen Renderer gibt's inzwischen SketchUp-Erweiterung zwecks Anbindung per Exporter- bzw. Linker-Plugin. Mit einer externen Render-Applikation ist man naturgemäss sowohl bez. der CPU/GPU-Belastung als auch der Verwendung eines anderen Rechners unabhängig. Noch dazu laufen SketchUp Plugins bzw. Erweiterungen im Speicher-Adressraum von SketchUp, d.h. können bei einem Problem u.U. auch SketchUp 'mitreissen'.

Die Live Interaktion einer integralen SketchUp-Erweiterung mag allerdings trotzdem die Entscheidung zugunsten der Erweiterung ausfallen lassen.

Eine Übersicht gängiger Komponenten-Seiten hier, für leichte 'Low Poly' Komponenten bei 'TurboSquid' schauen, 'Laubwerk' ist in dem Kontext auch immer einen Besuch wert.


Norbert
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#8
Danke für die hilfreichen Antworten.

Ich werde mir bei Gelegenheit die Komponenten-Seiten näher anschaun. Laubwerk hatte ich mittlerweile auch schon entdeckt. Das summiert sich natürlich alles, wenn man noch ein paar Pflanzensets braucht neben dem Renderprogramm und dann noch ggf. andere Software. Aber für die Differenz zwischen z.B. Lumion und V-Ray kann man sich schon noch das ein oder andere leisten.

Ansonsten wäre der Plan jetzt nach und nach die Demoversionen auszuprobieren.
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#9
So würde das mit Render[in] aussehen. Wobei ich nicht ausschließen will, dass man das nicht auch noch wesentlich schöner hinbekommen kann mit der Software.


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#10
Markus, wenn Du das mit Render(in) noch realistischer hinbekommen würdest, sprich Schatten und Oberflächen besser, dann bräuchtest Du jetzt noch Photoshop-Kenntnisse und dann könntest Du grundsätzlich Standbilder produzieren. Photoshop-Kenntnisse deshalb, weil Du aus dem Foto Dinge ausschneiden und in den Vordergrund legen müsstest. Z.B. den einzel stehenden Busch. Zudem würde man dann weitere Bepflanzungen als png-Bilder in Photoshop dazufügen.


Für bewegte Bilder wird es natürlich aufwändiger. Da müsse man die Umgebung erst mal in 3d bauen.
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